UX/UI Design: Was der Job wirklich bedeutet – und wie du einsteigst
Aktualisiert am July 01, 2026 Lesedauer: 4 Minuten
Was steckt hinter UX und UI – und warum wird beides so oft verwechselt?
Stell dir vor, du öffnest eine Banking-App. Sie sieht modern aus, hat saubere Farben und klare Icons. Trotzdem findest du die Überweisung-Funktion erst nach viermal Tippen. Das ist das Problem vieler Produkte: Sie sehen gut aus, fühlen sich aber schlecht an. Genau hier liegt der Unterschied zwischen UI und UX – und warum beide zusammengehören.
UX steht für User Experience, also das gesamte Erlebnis einer Person mit einem Produkt. Ist die App logisch aufgebaut? Erreiche ich mein Ziel ohne Frustration? UI steht für User Interface – das visuelle und interaktive Kleid: Buttons, Schriften, Farben, Layout. Eine gute UI ohne durchdachte UX ist wie ein schön eingepacktes Geschenk, das leer ist.
In der Praxis arbeiten diese beiden Disziplinen fast immer zusammen. Deshalb spricht man meist von UX/UI Design als einem kombinierten Berufsbild – auch wenn grosse Unternehmen wie Google, Swisscom oder SBB diese Rollen manchmal aufteilen.
Was ein UX/UI Designer konkret macht
Viele stellen sich diesen Job als reines Grafikdesign vor. Das stimmt nicht. Ein grosser Teil der Arbeit ist analytisch und kommunikativ.
Ein typischer Arbeitstag kann so aussehen: Morgens wertet jemand Nutzerinterviews aus, die er in der Vorwoche geführt hat. Dann baut er in Figma einen ersten Prototyp für einen neuen Checkout-Flow. Am Nachmittag gibt es ein Feedback-Meeting mit dem Entwicklungsteam – weil eine animierte Komponente technisch schwierig umzusetzen ist, muss das Design angepasst werden. Abschliessend wird ein Usability-Test vorbereitet, der nächste Woche mit echten Nutzerinnen und Nutzern stattfindet.
Konkret heisst das: UX/UI Designer...
- recherchieren und befragen Nutzerinnen und Nutzer (User Research)
- erstellen Wireframes und interaktive Prototypen
- gestalten visuelle Systeme wie Farben, Typografie und Komponenten-Bibliotheken
- arbeiten eng mit Produktmanagement und Entwicklung zusammen
- testen ihre Entwürfe und iterieren auf Basis echter Daten
Das Werkzeug der Wahl ist heute meistens Figma – in der Schweizer Designszene fast schon Standard, ob in Zürich, Bern oder Lausanne.
Ist UX/UI Design ein IT-Job?
Diese Frage taucht oft auf. Die kurze Antwort: Es kommt darauf an, wie man IT definiert.
UX/UI Design ist kein Programmierberuf. Du schreibst in der Regel keinen Code. Trotzdem arbeitest du täglich mit Technologieteams, verstehst technische Einschränkungen und brauchst ein Grundverständnis davon, wie digitale Produkte gebaut werden. Wer weiss, wie ein Frontend-Entwickler denkt, gestaltet realistischere Designs.
| Aspekt | UX/UI Design | Softwareentwicklung |
|---|---|---|
| Hauptwerkzeug | Figma, Miro, Adobe XD | VS Code, GitHub, Frameworks |
| Kernkompetenz | Nutzerverhalten, Gestaltung | Logik, Programmierung |
| Zusammenarbeit | Mit Dev, PM, Stakeholdern | Mit Dev, UX/UI, DevOps |
| Coding nötig? | Grundkenntnisse hilfreich | Ja, zentral |
| Einstieg ohne Studium möglich? | Gut möglich via Bootcamp | Gut möglich via Bootcamp |
In der Schweizer Arbeitswelt wird UX/UI Design oft im Bereich Digitalprodukte, Fintech oder E-Commerce ausgeschrieben. Die Stellen sind technologienah, aber nicht technisch im Sinne von Programmieren.
Wie KI den Job verändert
Seit Tools wie Figma AI, Uizard oder Adobe Firefly im Designalltag auftauchen, ändert sich etwas. KI übernimmt repetitive Aufgaben: automatische Layout-Vorschläge, Generierung von Dummy-Content, schnellere Prototypen.
Was bleibt? Das, was Maschinen nicht können: echte Nutzerprobleme erkennen, Empathie im Gespräch aufbauen, kontextspezifische Entscheidungen treffen. Ein KI-Tool weiss nicht, warum eine 68-jährige Rentnerin in Luzern mit einer bestimmten App-Logik nicht klarkommt. Dafür braucht es einen Menschen.
Die Fähigkeit, KI-Tools sinnvoll einzusetzen, wird allerdings zu einem echten Unterscheidungsmerkmal im Markt. Wer das beherrscht, arbeitet schneller, liefert mehr Varianten und kann sich auf die strategischen Aspekte des Designs konzentrieren.
Wie ein Einstieg aussehen kann
Ein Designstudium ist keine Voraussetzung, um als UX/UI Designer zu arbeiten. Quereinsteiger aus Grafik, Marketing, Kommunikation oder sogar Gesundheitsberufen sind in dieser Branche keine Seltenheit. Entscheidend ist ein gutes Portfolio, das echte Designentscheidungen zeigt – keine Schönheitswettbewerbe.
Ein strukturierter Weg ist ein Bootcamp. Dabei lernst du in wenigen Monaten die wichtigsten Tools und Methoden, baust Case Studies auf und bekommst direktes Feedback von erfahrenen Designerinnen und Designern. Das ist effizienter als jahrelanges Selbststudium, weil der Rahmen und die Begleitung fehlerhafte Umwege abkürzen.
Wenn du wissen möchtest, was ein solches Programm konkret umfasst, schau dir den UX/UI Design Kurs von Code Labs Academy an – von Nutzerforschung über Figma bis zum abgeschlossenen Portfolioprojekt. Alle weiteren Programme im Tech-Bereich findest du in der Kursübersicht von Code Labs Academy.
Wie sieht der Schweizer Markt aus?
Der Bedarf an UX/UI Designerinnen und Designern ist in der Schweiz real – besonders in Zürich und in der Westschweiz, wo viele digitale Produktteams angesiedelt sind. Banken, Versicherungen und Gesundheitsdienstleister investieren zunehmend in die Qualität ihrer digitalen Interfaces, weil die Nutzererwartungen steigen.
Entry-Level-Positionen tragen oft Titel wie «Junior UX Designer», «Product Designer» oder «UI Designer». Mit zwei bis drei Jahren Erfahrung öffnen sich Senior-Rollen, Spezialisierungen in UX Research oder Richtungen wie Service Design und Design Systems.
Wer ernsthaft über einen Einstieg nachdenkt, sollte nicht zu lange warten – der Markt belohnt konkrete Portfolios mehr als abstrakte Interessen. Ein gezieltes Bootcamp gibt dir den strukturierten Start, den selbstständiges Lernen kaum bieten kann. Wirf einen Blick auf das UX/UI Design Programm von Code Labs Academy und finde heraus, ob es zu deiner Situation passt.